[E-Book] 33 Tipps für die Probenarbeit

[E-Book] 33 Tipps für die Probenarbeit

1. Spiele das Werk nicht immer von vorne

Viele Dirigenten machen den Fehler, dass sie ein Werk immer wieder von vorne anfangen zu proben. Wenn das Werk beispielsweise fünf Abschnitte hat, sieht das Ergebnis oft so aus:
Mache also nicht den Fehler und starte immer wieder von vorne, sondern starte bei der Erarbeitung auch mal in der Mitte des Werkes oder probe vom Schluss aus in Richtung Anfang. Diese Methode macht dein Orchester nicht nur flexibel, sondern du stellst damit auch noch sicher, dass du die vorhandene Probenzeit gleichmäßig auf alle Abschnitte verteilst und kein Abschnitt zu wenig erarbeitet wird.

2. Langweile das Orchester nicht mit Einspielübungen

Als Jugendlicher habe ich viel in anderen Orchestern ausgeholfen. In 95 % dieser Orchester gab es das Ritual des gemeinsamen Einspielens. In all diesen Orchestern sind immer Musiker zu spät gekommen. Wenn ich den Dirigenten nach deren Gründe für das verspätete Erscheinen in der Probe gefragt habe, gab es immer „Die müssen länger arbeiten“ als Antwort. Wenn ich die zu spät gekommenen Musiker gefragt habe, war die Antwort fast immer „Wir haben keine Lust auf diese langweiligen Einspielübungen“. Einspielübungen sind weder aus fachlicher Perspektive noch zur Steigerung der Motivation sinnvoll – die Musiker wollen schließlich Musik machen, wenn sie in die Probe kommen. Sie wollen gute Stücke spielen und dabei etwas lernen. Ich habe noch nichts gefunden, was man dem Orchester nicht anhand eines Stückes vermitteln könnte und wozu man eine Einspielübung bräuchte. Also: Klingend B-Dur hoch und runter kannst du einmotten, das neue Choralheft auch. Dein Orchester wird dadurch keinen Zacken besser. Die Musiker sollen sich mit individuellen Einspielübungen einblasen und dann geht es pünktlich mit einem coolen Stück los. Fertig.

3. In jeder Probe muss jeder Satz mindestens einmal alleine gespielt haben

Feedback ist das Frühstück der Champions. Um sich weiterentwickeln zu können, brauchen deine Musiker regelmäßiges und fundiertes Feedback. Arbeite mit deinem Orchester so, dass jeder Satz in jeder Probe mindestens einmal alleine gespielt hat. Wenn du deine Partitur gut vorbereitet hast, ist es leicht eine Stelle auszuwählen, die z. B. für die Trompeten besonders interessant ist. Mache nicht den Fehler, dass du mit deinem Orchester nur im Tutti arbeitest. Musiker lieben das Tutti, sie können sich darin hervorragend verstecken. Wenn du mit deinem Orchester auf der Satzebene probst, wirst du Dinge hören, die du im Tutti niemals wahrgenommen hättest. Darum lieben wir Dirigenten die temporäre Reduktion der Besetzung in einer Probe. Erfolgreiche Dirigenten arbeiten mit ihren Orchestern sehr kammermusikalisch und richten daher in jeder Probe mindestens einmal den Fokus auf jeden Satz.

4. Kombiniere die verschiedenen Probenarten

Das Geheimnis einer erfolgreichen Vorbereitung auf ein Konzert liegt in der sinnvollen Kombination der verschiedenen Probenarten. Viele Dirigenten arbeiten nur mit Tutti-Proben. Daneben gibt es aber noch Register-, Satz-, Stimm- und Einzelproben. Die Einzelproben finden zu Hause statt und dienen dazu, dass jeder Musiker den Notentext so sicher beherrscht, dass eine darauf aufbauende Probenart mit anderen Musikern überhaupt sinnvoll ist (Probe ≠ gemeinschaftliches Üben der Technik bzw. Suchen der richtigen Töne). Danach schließen sich Stimmproben an (z. B. in großen Sätzen wie den Klarinetten). Ich habe mit meinem Orchester jahrelang sehr erfolgreich mit dem folgenden System gearbeitet…

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